Methoden zur künstlichen Befruchtung: IVF und ICSI

IVF (In-Vitro Fertilization) ist eine meistgenutzte Methode zur künstlichen Befruchtung. Im Laufe der IVF werden die Samenzelle und die Eizelle auf einer Petrischale unter geprüften Laborbedingungen zusammengeführt. Um die Eizellen zu bekommen, wird der Frau eine Superovulation hervorgerufen, im Laufe deren gleichzeitig 10-15 Eizellen heranreifen und durch Punktion beseitigt werden. Der männliche Partner spendet seine Samenzellen am Tag der Punktion, damit die gewonnenen Eizellen gleich befruchtet werden können. Befruchtete Eizellen, also Embryonen, werden unter Laborbedingungen 2-3 Tage oder 5-6 Tage kultiviert und meistens im Blastozystenstadium in die Gebärmutter eingepflanzt.

ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist eine Variante der IVF, die vor allem benutzt wird, wenn der Mann unfruchtbar ist. Bei der ICSI-Methode wird unter Mikroskope eine gesunde Samenzelle ausgewählt, die mithilfe der Stechkanüle direkt in die Eizelle gebracht wird. Die übrige Behandlung ist identisch zur IVF – die Frau spendet durch Punktion ihre Eizellen, die befruchtet und unter Laborbedingungen 2-3 Tage oder 5-6 Tage kultiviert werden, um diese dann in die Gebärmutter einzupflanzen.

ICSI – eine moderne Methode für bessere Ergebnisse

Für die Einnistung in die Gebärmutter wird meistens ein qualitativ hochwertiges Embryo ausgewählt (laut der estnischen Gesetzgebung dürfen maximal 3 Embryonen auf einmal in die Gebärmutter eingepflanzt werden). Die restlichen bei der Einnistung übrig gebliebenen Embryonen werden auf Wunsch des Patienten eingefroren – sie werden dann in einem speziellen flüssigen Stickstoff aufbewahrt (Vitrifikation oder Kryokonservierung) und bei Bedarf in einem späteren IVF-Zyklus benutzt.

Wie auch bei IVF, liegt nach einer ICSI-Behandlung (pro Zyklus) die Wahrscheinlichkeit unter 36-jährigen Frauen, schwanger zu werden, bei ca 30%. In allen Altersgruppen durchschnittlich liegen die Erfolgsaussichten bei 15 bis 25 Prozent. Oft werden bei der Behandlung einige Eizellen mit IVF- und andere mit der ICSI-Methode befruchtet, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, mehrere befruchtete Eizellen zu bekommen.

Laut der estnischen Gesetzgebung darf IVF in Estland sowohl bei verheirateten als auch bei ledigen bis 50-jährigen Frauen durchgeführt werden. Die beiden Behandlungen können mehrmals wiederholt werden. Wenn mehrere IVF-Versuche erfolgslos bleiben, dh keine gewünschte Schwangerschaft eintritt, könnte es sinnvoll sein, die Embryonen vor der Einpflanzung in die Gebärmutter genetisch zu untersuchen (PGD oder PGS-Untersuchungen) oder man könnte an die Verwendung von Spenderzellen denken.

Keine der Techniken garantiert das Eintreten einer Schwangerschaft. Paare, die sich zu einer künstlichen Befruchtung entscheiden, sollten daher ein hohes Maß an Ausdauer, Geduld und psychischer Stärke mitbringen.

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